FAQ

Häufig gestellte Fragen

PETRA IV

Unsere Gesellschaft steht heute vor großen globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel, der nachhaltigen Energieversorgung und Ressourcennutzung, der Digitalisierung und Mobilität oder der Therapie bislang unheilbarer Krankheiten. PETRA IV wird als weltbestes 3D-Röntgenmikroskop ein einzigartiges Forschungswerkzeug, das hundertmal detailreichere Bilder von mikroskopischen Abläufen in neuen Materialien und künftigen medizinischen Wirkstoffen liefern wird. Das wird deutsche und ausländische Forschende in die Lage versetzen, entscheidende wissenschaftliche Fortschritte auf diesen Gebieten zu erzielen, die mit bisherigen technischen Mitteln nicht möglich sind.

PETRA IV wird mit Abstand die beste Lichtquelle ihrer Art werden. Um PETRA IV nachhaltig und effektiv zu bauen und zu betreiben, muss die Beschleunigeranlage in die bestehenden Tunnel von PETRA III integriert werden. Die bei DESY vorhandene Infrastruktur – von Vorbeschleunigern über Kühlanlagen bis zu Rechenzentren – ist für den Betrieb von PETRA IV erforderlich. Ein kompletter Neubau von PETRA IV „auf der grünen Wiese“ würde wesentlich teurer und wäre auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit nicht vertretbar.

PETRA IV ist zentraler Bestandteil des neuen Wissenschaftsstadtteils Science City Hamburg Bahrenfeld und erhöht die Attraktivität der Stadt Hamburg als Wissenschaftsstandort deutlich.

 

PETRA IV ist Teil der Science City Hamburg Bahrenfeld. Die Verwirklichung des städtebaulichen Projekts Science City ist für die nächsten 20 Jahre vorgesehen und beinhaltet viele aufeinander abgestimmte Bauprojekte. PETRA IV ist ein Kernstück der Science City und gleichzeitig eines der ersten Projekte in diesem Gesamtkonzept. Daher entsteht mit PETRA IV auch ein Stück Science City.

 

Das Projekt PETRA IV folgt dem üblichen Verfahren der Konzeption von technischen Großgeräten. Das bedeutet: Bis Ende 2019 wurde eine wissenschaftliche Konzeptstudie zu PETRA IV erstellt. Derzeit wird das genaue technische Design der Anlage festgelegt. Daraus geht dann der „Technical Design Report“ (TDR) hervor. Er soll Mitte 2023 fertiggestellt sein. Dieser Report enthält die technischen Baupläne des Beschleunigers, der Röntgenstrahlführungen und der umgebenden Infrastruktur. Außerdem werden hier auch die Baumaßnahmen und deren Ablauf skizziert, und es gibt Angaben zu den voraussichtlichen Projektkosten. Mit dem TDR sowie einer Zusage der Zuwendungsgeber soll dann das Bauplanungsverfahren bzw. Baugenehmigungsverfahren gestartet werden. Derzeit befinden wir uns also noch in einer frühen Phase der Planung.

 

Voraussichtlich Mitte 2023 wird DESY einen Antrag an seine Zuwendungsgeber (den Bund und die Stadt Hamburg) stellen, PETRA IV zu fördern. Bis dahin liegen ein ausreichend genau spezifiziertes technisches Design und eine verlässliche Kostenschätzung für PETRA IV vor. Dann findet auch eine wissenschaftliche Begutachtung durch ein unabhängiges Expertengremium (Nationaler Wissenschaftsrat) statt, das das Forschungs- und Innovationspotenzial der Anlage bewertet. Dies ist die Entscheidungsgrundlage für eine Finanzierungszusage durch den Bund. Erst wenn eine Finanzierungszusage erfolgt ist, sind Baustart und Bauablauf planbar.

 

 

Der Beginn der Arbeiten ergibt sich aus dem Fortgang des Genehmigungsprozesses. Wir streben einen Baustart in etwa vier Jahren an.

 

Die genauen Kosten des Projekts werden in der jetzt gestarteten TDR-Phase ermittelt. Sie werden voraussichtlich im oberen dreistelligen Millionenbereich liegen.

 

Bauliche Auswirkungen

Derzeit rechnen wir mit zwei Jahren. Eine Planung der Bauphase wird mit dem „Technical Design Report“ erarbeitet. Wir versichern Ihnen, dass wir im Interesse aller die Bauphase so kurz wie möglich halten; auch, weil mit dem Bau von PETRA IV ein Abschalten des zurzeit laufenden Röntgenmikroskops PETRA III verbunden ist, was zu erheblichen Einschränkungen für die Forschung bei DESY führt.

 

Bereits jetzt ist absehbar, dass der Lise-Meitner-Park während der Hauptbauzeit von etwa zwei Jahren zumindest teilweise gesperrt sein wird. Für den Bau der rund 600 Meter langen Experimentierhalle müssen in den ersten Monaten der Bauphase große Mengen Erdaushub bewegt und zumindest teilweise abgefahren werden. Für die spätere Errichtung der Halle werden große Mengen an Baumaterial zu DESY gefahren. Wir planen, alle Zu- und Abfahrten möglichst über die vorhandenen DESY-Zufahrten zu erledigen. Zusätzliche Baustellenzufahrten können wir im Moment aber nicht ausschließen. Voraussichtlich wird es Phasen geben, in denen beispielsweise Verdichtungsarbeiten größeren Lärm verursachen.

Wir rechnen damit, dass die Bauarbeiten nur wochentags tagsüber stattfinden. Ausnahmen können beispielsweise Betonierarbeiten sein, die durchgängig durchgeführt werden müssen.

Der „Technical Design Report“ für das PETRA IV-Projekt wird Details der Baumaßnahmen enthalten. Mit ihm können wir konkrete Zahlen für den Bauverkehr und entstehende Beeinträchtigungen nennen. Auf jeden Fall streben wir an, die Beeinträchtigung von Anwohnerinnen und Anwohnern so gering wie möglich zu halten, und werden alle dafür erforderlichen Maßnahmen prüfen.

 

Bei unseren derzeitigen Angaben zur Bauzeit handelt es sich um eine realistische Schätzung, die auf den Erfahrungen von DESY mit dem Bau vergleichbarer Anlagen, zum Beispiel dem European XFEL, beruht. Der genaue Bauablauf wird mit den beauftragten Unternehmen festgelegt und bekanntgegeben. Sollte es beispielsweise wetterbedingte Verzögerungen geben, müssten wir darauf flexibel reagieren. Dabei würden stets die geltenden Grenzen für Lärmemissionen und Arbeitszeiten eingehalten. Was wir schon jetzt garantieren: Im Falle einer Veränderung des Bauablaufs werden wir die Nachbarschaft rechtzeitig informieren.

 

Die Grenzwerte für Emissionen von Baustellen sind in den einschlägigen Vorschriften, insbesondere der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV,) definiert und einzuhalten. Hier steht u. a.: „An allen Tagen in der Zeit von 20 Uhr bis 7 Uhr sollte ein besonderer Ruheschutz gelten. In Wohn- und anderen besonders schutzbedürftigen Gebieten dürfen Baumaschinen an Sonn- und Feiertagen gar nicht und an Werktagen in der Zeit von 20:00 Uhr bis 7:00 Uhr nicht betrieben werden.“

 

Die PETRA IV-Baustelle wird lokal eingegrenzt sein. Es werden keine Häuser untertunnelt. Daher ist nicht mit einem Wertverlust zu rechnen. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme wird die neue PETRA IV-Halle zu großen Teilen unterirdisch liegen. Wir planen, dass der Lise-Meitner-Park als Kompensationsmaßnahme qualitativ deutlich aufgewertet wird. Damit sollte der Naherholungswert des Parks und damit Ihrer Nachbarschaft eher steigen.

 

Nein, diese sind nach Aussage von Baufachleuten nicht zu erwarten. Die PETRA IV-Baustelle wird lokal eingegrenzt und in ausreichendem Abstand zur umliegenden Bebauung sein. Es werden keine Häuser untertunnelt.

 

Umwelt

Wir planen, dass der Lise-Meitner-Park als Kompensationsmaßnahme qualitativ deutlich aufgewertet wird. Konkrete Maßnahmen werden im Rahmen des Bauprojekts festgelegt. Vorgesehen ist, Einschränkungen möglichst nah am Ort zu kompensieren. DESY steht dazu in engem Austausch mit der Umweltbehörde und der Landschaftsplanung im Bezirksamt, um eine gute Lösung für die Bürgerinnen und Bürger zu finden.

 

Die Grenzen des Lise-Meitner-Parks werden sich verschieben. Als Ausgleich für den Teil, der durch PETRA IV belegt wird, sind an anderer Stelle Erweiterungen geplant. Außerdem sollen die Natur und der Erholungswert des Lise-Meitner-Parks qualitativ aufgewertet werden. Dies wird auch ein wichtiges Thema der Bürgerbeteiligung sein.

 

Teilchenbeschleuniger benötigen viel Energie, sie bieten aber auch Forschungsmöglichkeiten, die an anderen Anlagen nicht verfügbar sind ist. Wir arbeiten ständig daran, unsere Beschleuniger so energieeffizient wie möglich zu bauen und zu betreiben, zum Beispiel durch die Nutzung von Abwärme aus der Kühlung, die Verwendung von Ökostrom oder, indem wir die Beschleuniger mit möglichst vielen Messplätzen ausrüsten und damit mehr Forschung bei gleichem Energieverbrauch ermöglichen. Das Forschungszentrum DESY bietet hervorragende Infrastrukturen und Kompetenzen, die mit hoher Synergie und sehr effizient für viele Forschungsanlagen und -vorhaben genutzt werden können.

Es sind aber insbesondere die Forschungsergebnisse, die eine Forschungsanlage nachhaltig machen. So wird beispielsweise an PETRA III an flexiblen Solarzellen, an regenerativen Baustoffen oder jüngst an Medikamenten gegen Covid-19 geforscht.

 

Bürgerbeteiligung

DESY ist der Wissenschaft und den Steuerzahlenden gegenüber verpflichtet, das technisch beste, machbare Großgerät zu bauen, das den größten wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn verspricht. Gleichzeitig fühlen wir uns aber auch unserer Nachbarschaft gegenüber verpflichtet. Das gilt für die Neugestaltung des Lise-Meitner-Parks ebenso wie für andere Punkte, die unsere Anliegerinnen und Anlieger betreffen. Deshalb wollen wir Ihre konstruktiven Vorschläge und Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigen.

 

Es ist DESY-Tradition, dass wir im vertrauensvollen Kontakt mit unserer Nachbarschaft stehen. Das gute Verhältnis zu unseren Anliegerinnen und Anliegern ist uns sehr wichtig. Deshalb kümmert sich das PETRA IV-Nachbarschaftsbüro um die Anliegen betroffener Bürgerinnen und Bürger und um einen intensiven Dialog.

Während der Bauzeit wollen wir unsere Nachbarinnen und Nachbarn durchgängig rechtzeitig über die anstehenden Arbeiten informieren und so weit wie möglich einbinden. Die Stadt Hamburg sorgt für eine städtische Bürgerbeteiligung im Rahmen des Projekts Science City Hamburg Bahrenfeld. Diese liegt in der Verantwortung der Science City Hamburg Bahrenfeld GmbH.

 

Sicherheit und Gesundheit

Die Bauarbeiten dürfen die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Familie nicht beeinträchtigen. Sollten Sie dies trotzdem wahrnehmen, nehmen Sie bitte sofort Kontakt mit unserem Nachbarschaftsbüro auf.

Wir können leider eine temporäre Verringerung der Lebensqualität nicht ausschließen, da der Lise-Meitner-Park voraussichtlich während der Bauarbeiten zeitweise nicht oder nur teilweise zugänglich sein wird.

 

Von PETRA IV geht keine Gefahr für Menschen und Umwelt aus. DESY baut, betreibt und nutzt seit über 60 Jahren Teilchenbeschleuniger für die Forschung. Wir haben hier große Erfahrung und ein langjähriges Know-how. Unsere Abteilungen für Sicherheit, Umweltschutz und Strahlenschutz sorgen für höchste Sicherheitsstandards.

Auch die neuen Gebäude werden so konstruiert, dass Gefährdungen ausgeschlossen werden. Regelmäßige gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen stellen dies während des gesamten Betriebs sicher.

PETRA IV wird insgesamt etwa die gleiche Menge Röntgenlicht erzeugen wie das heute in Betrieb befindliche Röntgenmikroskop PETRA III. Das Licht lässt sich allerdings am Ort des Experiments besser bündeln, und die Lichtwellen schwingen besser im Gleichtakt. Dadurch wird PETRA IV bildgebende Verfahren mit 100-mal genauerer Detailschärfe und 100-mal schnellere Experimente als bisher ermöglichen. Damit ist PETRA IV vor allen Dingen ein qualitativer Sprung nach vorne, die Betriebs- und Sicherheitskonzepte sind sich aber sehr ähnlich.

 

Nachbarschaftsdialog

Ja. Zu diesem Zweck haben wir das PETRA IV-Nachbarschaftsbüro eingerichtet. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Webseite www.desy.de/petra4/kontakt.

Wir arbeiten an einem Konzept, das die Belastung für die Nachbarschaft so gering wie möglich halten soll. Dazu sind wir für Anregungen offen und stehen für Gespräche zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen öffentlichen Prozess der Bürgerbeteiligung durch die Science City Hamburg Bahrenfeld GmbH im Auftrag der Stadt Hamburg.

 

Ja! Das können wir ohne Einschränkung versichern.

Ja. Das gute Verhältnis zu unseren Nachbarinnen und Nachbarn ist für uns wesentlich, deshalb ist es DESY-Tradition, dass wir in gutem Kontakt und Dialog mit unserer Nachbarschaft und den Anliegerinnen und Anliegern stehen. Unser PETRA IV-Nachbarschaftsbüro kümmert sich kontinuierlich um die Anliegen betroffener Bürgerinnen und Bürger und um einen intensiven Dialog. Insbesondere für die Bauzeit ist eine regelmäßige Information zum Beispiel durch Newsletter vorgesehen.

Portraitfoto von Heidrun Hillen
Presse und Medien / Öffentlichkeitsarbeit

Heidrun Hillen

Als Ansprechpartnerin im PETRA IV-Projekt bin ich für Sie da. 

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